Google-Bewertung löschen lassen: Wann geht das, und wann hilft nur eine Antwort?

Eine Google-Bewertung löschen lassen können Sie, wenn sie gegen Googles Richtlinien verstößt, etwa weil sie gefälscht, beleidigend oder themenfremd ist, oder wenn der Verfasser nie Ihr Kunde war. Eine echte schlechte Erfahrung, sachlich beschrieben, bleibt dagegen stehen; dann helfen eine gute Antwort und vor allem, die Ursache abzustellen.

Wie kann ich eine negative Bewertung entfernen?

Indem Sie sie bei Google melden, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt. Der Weg: Unternehmensprofil aufrufen, „Rezensionen lesen“, neben der Rezension „Melden“, einen Grund wählen und den Bericht senden. Die Prüfung dauert in der Regel mehrere Tage, und gegen eine Ablehnung können Sie einmal Einspruch einlegen [1].

Entfernt wird, was gegen Googles Richtlinien verstößt: gefälschte oder bezahlte Bewertungen, solche aus einem Interessenkonflikt wie von Mitbewerbern, Belästigung, Hassrede, Falschdarstellungen und Kommentare ohne Bezug zum Betrieb [2]. Allein 2025 haben Googles Systeme nach eigenen Angaben über 292 Millionen richtlinienwidrige Bewertungen blockiert oder entfernt [3]. Ausdrücklich erlaubt sind dagegen „Inhalte, in denen negative Erfahrungen auf respektvolle Art beschrieben werden“ [2]. Google schreibt selbst: „Melden Sie keine Rezensionen, die Ihnen nicht gefallen, aber sachlich korrekt sind.“ [1]

Kann ich Google-Bewertungen ohne Anwalt löschen lassen?

Ja. Das Melden kostet nichts, und für Bewertungen, die gegen deutsches Recht verstoßen, etwa mit einer unwahren, rufschädigenden Tatsachenbehauptung, gibt es bei Google einen eigenen rechtlichen Meldeweg [4]. Dass Google dafür einen Anwalt verlange, wie manche Seiten behaupten, steht in keiner der Google-Seiten, die wir für diesen Ratgeber geprüft haben.

Besonders stark ist Ihre Position, wenn der Verfasser nie Kunde war. Nach dem Bundesgerichtshof genügt es, den Kundenkontakt zu bestreiten, um die Prüfpflicht eines Bewertungsportals auszulösen; näher begründen müssen Sie das grundsätzlich nicht [5]. Im entschiedenen Fall hatte das Portal jede Nachfrage beim Verfasser verweigert; das Gericht ging deshalb davon aus, dass kein Kontakt bestand [5]. Seit April 2026 zeigt Google in Deutschland außerdem auf Unternehmensprofilen einen Hinweis, wenn Bewertungen wegen Beschwerden über Diffamierung entfernt wurden [3]. Einen Anwalt brauchen Sie erst, wenn Google ablehnt und Sie weiter überzeugt sind, dass eine Bewertung rechtswidrig ist. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Ist eine negative Google-Bewertung strafbar?

Nur in engen Grenzen: bei einer Beleidigung, bei einer ehrenrührigen Tatsachenbehauptung, die nicht erweislich wahr ist, und bei einer bewusst unwahren [6]. Eine echte schlechte Erfahrung zu schildern, ist dagegen erlaubt. Wahre Tatsachenbehauptungen über geschäftliche Vorgänge sind nach dem Bundesverfassungsgericht grundsätzlich hinzunehmen, in einem Fall, der Firmenbewertungen auf Bewertungsportalen betraf [7]. Und auch überzogene Kritik ist noch keine Schmähung, solange die Sache im Vordergrund steht und nicht die Herabsetzung einer Person [8].

Welche Beispiele gibt es für schlechte Bewertungen?

Eine Sorte kennen wir aus eigener Auswertung genau: In 3.291 Google-Bewertungen kleiner Betriebe beklagen 32, dass am Telefon niemand zu erreichen war oder ein zugesagter Rückruf nie kam. 25 beschreiben, dass niemand abnimmt oder man in der Warteschleife hängt, 7 einen Rückruf, der ausblieb, und drei von vier dieser Bewertungen geben nur einen Stern [9]. Unter den ausgewerteten Branchen traf es Werkstätten am häufigsten: 9 von 171 haben mindestens eine solche Bewertung [9].

Am Montag steht eine neue Bewertung im Profil: ein Stern, drei Sätze darüber, dass niemand ans Telefon ging. Der erste Gedanke ist, sie löschen zu lassen. Der zweite: Es stimmt. Solche Bewertungen beschreiben eine echte Erfahrung und bleiben deshalb stehen [1] [2]. Und sie kosten: Ein typischer Betrieb in unserer Auswertung hat 30 Bewertungen und 4,8 Sterne; eine Ein-Stern-Bewertung mehr senkt den Schnitt auf 4,68, und Google zeigt 4,7 [9].

Wie beantworte ich eine negative Bewertung?

Sachlich, kurz und ohne Gegenangriff: danken, das Problem anerkennen, sagen, was Sie ändern, und einen direkten Weg anbieten. Die Antwort erscheint öffentlich als Antwort des Unternehmens, Ihr eigener Name wird nicht angezeigt, und der Verfasser wird benachrichtigt; manche passen ihre Bewertung danach an [10]. Google prüft Antworten vorher, meist in bis zu 10 Minuten, in einigen Fällen bis zu 30 Tage [10]. Persönliche Daten des Kunden gehören nicht hinein [2].

Ein Beispiel für eine Beschwerde über die Erreichbarkeit, wenn Sie die Ursache tatsächlich behoben haben:

„Danke für Ihre offene Rückmeldung, und es tut uns leid, dass Sie uns am Telefon nicht erreicht haben. Das darf nicht passieren. Wir haben unsere Telefonannahme inzwischen umgestellt, damit jeder Anruf ankommt. Wenn Sie mögen, melden Sie sich direkt bei [Name] unter [Nummer]; wir kümmern uns um Ihr Anliegen.“

Wie bekomme ich eine schlechte Bewertung bei Google weg?

Ist sie echt, gar nicht. Sie können sie nur mit neuen guten Bewertungen aufwiegen und ihre Ursache abstellen. Bitten Sie Ihre Kunden um eine Bewertung, aber nicht gezielt um eine positive, und bieten Sie nichts dafür an: Beides verbietet Google [2].

Gegen Bewertungen über schlechte Erreichbarkeit hilft nur, erreichbar zu sein. Ein KI-Telefonassistent nimmt ab, wenn Sie es nicht können, und schreibt jedes Anliegen auf, damit kein Rückruf verloren geht. Wie das in einer Werkstatt aussieht, zeigt die Seite für Kfz-Werkstätten; die ganze Auswertung steht unter Nicht erreichbar kostet Sterne, und wie der Assistent klingt, hören Sie in der Live-Demo.

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Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich eine Google-Bewertung melde?

Google prüft sie, in der Regel über mehrere Tage. Den Stand sehen Sie im Tool zum Verwalten von Bewertungen: „Entscheidung steht aus“, „Meldung überprüft – kein Richtlinienverstoß“ oder, nach einem Einspruch, „Eskaliert“; die endgültige Entscheidung kommt dann per E-Mail [1].

Ist eine Fake-Bewertung strafbar?

Wer über einen Betrieb wissentlich Unwahres behauptet, kann sich wegen Verleumdung strafbar machen [6]. Gekaufte oder gefälschte Bewertungen verstoßen außerdem gegen Googles Richtlinien und werden entfernt [2].

Soll man auf Google-Rezensionen antworten?

Ja, auch auf die guten. Wer antwortet, zeigt nach Google, dass er das Feedback schätzt [10]. Voraussetzung ist ein bestätigtes Unternehmensprofil [10].

Quellen

  1. Unangemessene Rezensionen in Ihrem Unternehmensprofil melden, Google Unternehmensprofil-Hilfe, abgerufen am 25.09.2026
  2. Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte, Richtlinien für von Maps-Nutzern veröffentlichte Inhalte, Google, abgerufen am 25.09.2026
  3. Unsere neuesten Maßnahmen für hilfreiche, von Nutzer*innen bereitgestellte Inhalte, Google Blog, 20.04.2026, abgerufen am 25.09.2026
  4. Inhalte bei Google melden, Google Rechtliche Hinweise, abgerufen am 25.09.2026
  5. Urteil vom 9. August 2022, VI ZR 1244/20, Bundesgerichtshof, abgerufen am 25.09.2026
  6. § 185, § 186 und § 187 StGB, Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, abgerufen am 25.09.2026
  7. Pressemitteilung Nr. 50/2016 zum Beschluss 1 BvR 3487/14, Bundesverfassungsgericht, 04.08.2016, abgerufen am 25.09.2026
  8. Pressemitteilung Nr. 86/2014 zum Beschluss 1 BvR 482/13, Bundesverfassungsgericht, 02.10.2014, abgerufen am 25.09.2026
  9. Nicht erreichbar kostet Sterne, Kortivo, Auswertung von 3.291 Google-Bewertungen, abgerufen am 25.09.2026
  10. Kundenrezensionen verwalten, Google Unternehmensprofil-Hilfe, abgerufen am 25.09.2026