KI in der Kanzlei und beim Steuerberater: Was ist erlaubt, was lohnt sich?

KI in der Kanzlei ist erlaubt: Anwälte und Steuerberater dürfen KI-Dienste nutzen, wenn sie die Ergebnisse selbst verantworten, den Anbieter vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichten und Mandatsgeheimnisse nur so weit weitergeben, wie das Gesetz es zulässt [1] [2] [3]. Am meisten bringt sie heute bei Recherche, Textentwürfen und der Kommunikation mit Mandanten, und 2025 nutzte schon ein Viertel der Steuerkanzleien generative KI [4].

Dürfen Anwälte und Steuerberater KI nutzen?

Ja. Der Deutsche Anwaltverein kommt nach Prüfung aller Vorgaben zu dem Schluss: „Der Anwaltschaft steht es frei, die ihr durch KI eröffneten Möglichkeiten zu nutzen.“ [5] Die Bundessteuerberaterkammer sieht es für ihren Berufsstand genauso: KI ist zulässig, im Rahmen von Datenschutz, Berufsrecht und klaren Regeln [6]. Drei Bedingungen tragen das:

Für den Alltag rät die Bundesrechtsanwaltskammer, einem Sprachmodell nur Fragen zu stellen, die keinen Rückschluss auf ein Mandat zulassen, und Dokumente vorher zu anonymisieren [7]. Eine Pflicht, Mandanten über den Einsatz von KI zu informieren, sehen weder die Anwalts- noch die Steuerberaterkammer; beide empfehlen einen offenen Umgang damit [6] [7].

Welche KI eignet sich für Kanzleien?

Für Kanzleien eignet sich KI, die ihre Quellen zeigt, und für alles andere ein Werkzeug, in das keine Mandatsgeheimnisse gelangen. Fachverlage verbinden KI mit ihrer Fachliteratur; solche Lösungen nennen die zitierten Quellen und schließen erfundene Antworten weitgehend aus, schreibt die Bundessteuerberaterkammer [6]. In Steuerkanzleien ist DATEV der naheliegende Weg: Nach ChatGPT war die DATEV-KI-Werkstatt schon 2024 das bekannteste KI-Werkzeug der Berufsträger, 58 Prozent kannten sie [4]. Allgemeine Assistenten wie ChatGPT oder Microsoft Copilot helfen bei Texten, solange die Anfrage anonym bleibt.

Wofür nutzen Kanzleien KI heute?

Kanzleien nutzen KI vor allem für Recherche, Texte und die Vorbereitung von Gesprächen. Die meisten Effizienzgewinne sehen Steuerkanzleien bei Rechercheaufgaben (55 Prozent), bei Texten für die schriftliche Kommunikation (54 Prozent) und bei der Vorbereitung von Beratungsgesprächen (36 Prozent) [4]. Dazu kommen:

Kann KI Anwälte und Steuerberater ersetzen?

Nein, sie verändert die Arbeit, ohne den Beruf überflüssig zu machen. So sehen es die meisten Steuerberater selbst in der Berufsstatistik ihrer Kammer [9], und die Kammer schreibt: „KI ist kein Ersatz für steuerliche Expertise – sie ist ein Verstärker.“ [6] Die Mandanten sind weniger sicher: 12 Prozent der Deutschen glauben, dass KI Anwälte in den meisten Fällen überflüssig macht, und 26 Prozent können sich vorstellen, bei rechtlichen Problemen eine KI statt eines Anwalts zu fragen, gut die Hälfte davon nur bei einfachen Fragen [10]. Für Kanzleien heißt das: Einfache Fragen schnell zu beantworten, wird wichtiger.

Brauchen Kanzleien einen Telefonservice?

Wer im Termin, bei Gericht oder im Mandantengespräch sitzt, kann nicht abheben, und genau dann ruft der Mandant an. „Ich rufe zurück" ist ernst gemeint. Drei Termine später ist der Rückruf trotzdem weg, und der Mandant fragt sich, ob seine Sache überhaupt bearbeitet wird. 70 Prozent der Deutschen ärgern sich immer oder oft über schlechte telefonische Erreichbarkeit [11].

Ein KI-Telefonassistent nimmt ab, wenn niemand kann, und schreibt auf, was die Kanzlei für den Rückruf braucht: Name, Nummer, Anliegen, wie eilig es ist. Der Eintrag steht danach im Portal, und wer zurückruft, weiß vorher, worum es geht. Beraten wird nicht am Telefon; das bleibt bei Ihnen. Welche Anliegen er in einem Büro mit vielen Rückrufen aufnimmt, zeigt die Seite für die Hausverwaltung. Mit einem Assistenten für eine Kanzlei können Sie in der Live-Demo selbst sprechen.

Wie lernt das Kanzleiteam, mit KI umzugehen?

An den eigenen Fällen, mit klaren Regeln. Gut die Hälfte der befragten Steuerberater kennt sich nach eigener Aussage ein wenig mit generativer KI aus, weitere 14 Prozent gut [4], und 57 Prozent halten KI-Kenntnisse für wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben [4]. Die Steuerberaterkammer hält für entscheidend, dass der Einsatz transparent, dokumentiert und kontrollierbar organisiert ist [6]. Für das Kanzleiteam heißt das: wissen, welche Anfragen anonym bleiben müssen, und Ergebnisse prüfen, bevor sie an Mandanten gehen. Eine Seite mit Regeln hilft dabei: welche Werkzeuge wofür, welche Daten nie hineingehören, wer freigibt. Was die KI-Verordnung dazu verlangt, steht im Ratgeber KI-Schulungspflicht; unser Angebot für Teams finden Sie unter KI-Schulung.

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Häufige Fragen

Kann man die Steuererklärung mit KI machen?

Teile davon: KI erkennt Belege, zieht Daten aus Dokumenten und bereitet Buchungen vor [6]. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Steuerberater [6].

Sind Juristen von KI gefährdet?

Weniger, als es klingt. Die Standardarbeit wird schneller, das Urteil bleibt beim Menschen, und das Berufsrecht verlangt, dass der Anwalt selbst verantwortet, was er seinem Mandanten sagt [7].

Welche KI bietet DATEV an?

Mit der KI-Werkstatt können Berufsträger KI-Anwendungen von DATEV als Prototypen testen; 2024 hatten sie 28 Prozent der befragten Kanzleien schon genutzt [4]. Welche Anwendung zu Ihrer Kanzlei passt, hängt an Ihren Abläufen.

Quellen

  1. § 43e BRAO, Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Bundesrechtsanwaltsordnung, abgerufen am 25.09.2026
  2. § 62a StBerG, Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Steuerberatungsgesetz, abgerufen am 25.09.2026
  3. § 203 StGB, Verletzung von Privatgeheimnissen, Strafgesetzbuch, abgerufen am 25.09.2026
  4. DATEV-Seismograf, DATEV, Befragungen von Steuerkanzleien im Juni 2024 (447 Antworten) und Juni 2025 (504 Antworten), abgerufen am 25.09.2026
  5. Stellungnahme 32/2025: Einsatz von KI in der Anwaltschaft, Deutscher Anwaltverein, Juli 2025, abgerufen am 25.09.2026
  6. FAQ: KI im steuerberatenden Berufsstand, Bundessteuerberaterkammer, Stand 27.01.2026, abgerufen am 25.09.2026
  7. Hinweise zum Einsatz von künstlicher Intelligenz, Bundesrechtsanwaltskammer, Stand Dezember 2024, abgerufen am 25.09.2026
  8. Whitepaper KI-Assistenten, Deutscher Steuerberaterverband, Februar 2025, abgerufen am 25.09.2026
  9. STAX 2024: Statistisches Berichtssystem für Steuerberater, Bundessteuerberaterkammer, knapp 6.000 Befragte, 23.01.2025, abgerufen am 25.09.2026
  10. Jeder Achte glaubt, dass KI die Anwälte weitgehend überflüssig macht, Bitkom, 1.004 Befragte ab 16 Jahren, 29.01.2025, abgerufen am 25.09.2026
  11. Umfrage von Enreach und YouGov zum Thema telefonische Erreichbarkeit, Enreach, YouGov, 2.099 Befragte, April 2023, abgerufen am 25.09.2026